Presseinformationen

Presseinformation Nr. 177 vom 01. Dezember 2016

Kinderherzklinik der UMG sagt „Danke“! Spendenprojekt „Baby-Spule“ erfolgreich abgeschlossen!

45.000 Euro aus Spendenaktion „Großes Herz für kleine Herzen“ für neue Echtzeit-MRT-Baby-Spule. Übergabe des neuen Diagnosegerätes an die Kinderherzklinik der UMG.


(umg) „Großes Herz für kleine Herzen“ – unter diesem Motto startete vor gut einem Jahr im November 2015 das Spendenprojekt für die Kinderherzklinik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Mit dem Spendenvorhaben warb die Kinderherzklinik für die Anschaffung eines speziellen beweglichen Diagnosegerätes, der so genannten „Baby-Spule“. Diese flexible Antenne wird am Brustkorb des Kindes angelegt. Es kann die besonders feinen Strukturen kindlicher Herzen in hoher Auflösung im Echtzeit-Magnetresonanz-Tomografen (MRT) darstellen. Die Kosten für das neue Diagnosegerät lagen bei rund 45.000 Euro.

Dank der großen Spendenbereitschaft in der Bevölkerung und einiger gezielter Spendenaktionen kam die Spendensumme zusammen, die Baby-Spule konnte früher als erwartet angeschafft werden. Nunmehr wird mit diesem Diagnosegerät die Echtzeit-MRT-Technik auch für Babys und Kleinkinder möglich. Bei einem Treffen von Spendern mit dem Team der Kinderherzklinik der UMG wurde das neue Gerät von der Herstellerfirma NORAS MRI products GmbH übergeben. Zusätzlich spendete die Firma einen Adapter für die Nutzung des Gerätes im Wert eines hohen vierstelligen Betrags.

Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der UMG sagt: „Mein herzlicher Dank gilt allen Spendern! Neben vielen Kleinspenden ermöglichten mehrere Spendenaktionen das rasche Erreichen der Spendensumme. Um nur einige zu nennen, möchte ich mich bedanken bei den beiden Göttinger Real-Märkten, dem Lions Club „Göttinger 7“, dem Inner Wheel Club Göttingen, dem Elternverein GEKKO, der Firma Vivisol und der Firma NORAS MRI products.“ Professor Paul weiter: „Die Erlöse zeigen, dass sich viele einzelne Menschen für so eine hilfreiche Spendenaktion begeistern lassen. Bedanken möchte ich mich auch ausdrücklich beim BLICK und dessen Chefredakteur Herrn Riese, der das Projekt mit viel Herzblut und großem persönlichem Engagement in der Region maßgeblich vorangetrieben hat.“

Dr. Sebastian Freytag, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration der UMG, sagte bei der Übergabe des neuen Diagnosegerätes: „Ich kann mich für die UMG nur bei all den vielen Spenderinnen und Spendern in Göttingen und der Region herzlich bedanken! Auch als großes Universitätsklinikum sind wir immer wieder und zunehmend auf das Engagement der Menschen angewiesen. Vieles lässt sich leider nicht oder nicht mehr über die zuständigen Kostenträger oder Wissenschaftseinrichtungen finanzieren. Dann ist bürgerliches Engagement gefragt. Der Erfolg der Spendenaktion zur Baby-Spule ist ein Musterbeispiel dafür, wie es gelingen kann, über viele Einzelspenderinnen und -spender ein hilfreiches Vorhaben möglich zu machen. Dafür brauchen wir die Öffentlichkeit. Auch ich bedanke mich beim BLICK und Herrn Riese. Ohne diese Unterstützung wäre das Spendenvorhaben nicht so schnell ins Ziel gekommen“, so Freytag.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, die Echtzeit-MRT-Technik nun auch für Babys und Kleinkinder nutzbar machen können. Dafür sind wir dankbar“, sagt Prof. Dr. Joachim Lotz, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „Das Verfahren ist ein echter Fortschritt, den jeder spürt. Gut für das Kind und gut für die Eltern. Gerade für die Kleinen ist eine schonende, strahlenfreie Diagnose wichtig“.

Zusätzlich unterstützt hat das Spendenprojekt der Lieferant der Spule, die Firma NORAS MRI products GmbH. Neben einer günstigen Preisgestaltung hat die Firma das Diagnosegerät um die kostenlose Lieferung eines Adapters ergänzt, mit dem die Spule an das MRT-Gerät angeschlossen wird. Insgesamt hat die Firma NORAS damit rund 9.000 Euro in das Spendenprojekt eingebracht.

HINTERGRUND „BABY-SPULE“
Eines von 100 Kindern wird in Deutschland mit einem Herzfehler geboren. Für die aufwändige Behandlung müssen Spezialisten eng zusammenarbeiten. In der Kinderherzklinik der UMG gibt es diese Expertise. Soll die Behandlung erfolgreich sein, braucht sie eine möglichst genaue Diagnose vorab. Eine besonderes schonende, weil nicht-invasive und strahlungsfreie Methode bildet die Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens. Babys und Kleinkinder können mit diesem Verfahren bisher nur nach Erwachsenenkriterien untersucht werden. Aber auch die kleinen Herzpatienten sollen von der Methode der Echtzeit-MRT-Diagnostik profitieren. Mit dem Diagnoseverfahren der Minispule sind Herzuntersuchungen ohne Narkose und damit ohne Beatmung möglich. Es bedarf lediglich eines Schlafmittels für die kleinen Patienten. Dafür ist ein Forschungsvorhaben nötig, um die Echtzeit-MRT-Technik anzupassen. Die systematische Forschungsarbeit kann nach Anschaffung der Spule ebenfalls begonnen werden.

Das Forschungsprojekt wird von Dr. Michael Steinmetz, Oberarzt der Klinik für Pädiatrischen Kardiologie und Intensivmedizin, geleitet. Es ist in der interdisziplinären UMG-Arbeitsgruppe „Kardiale Bildgebung“ verankert. Hier arbeiten Mitarbeiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, der Kliniken für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin sowie Kardiologie und Pneumologie zusammen, um die Herzbildgebung mittels Echtzeit-MRT weiter zu entwickeln. Die Forscher werden den Nutzen und die Verwendung der Babyspule wissenschaftlich begleiten und auswerten.

 

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin
Prof. Dr. Thomas Paul
Telefon 0551 / 39-66203
tpaul@gwdg.de

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Herzzentrum – Öffentlichkeitsarbeit
Johann-Jesko Lange, Telefon 0551 / 39-10198
johann-jesko.lange@med.uni-goettingen.de
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