Universitätsmedizin Göttingen - Herz- und Kreislaufphysiologie

Herz- und Kreislaufphysiologie

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen dar. In Deutschland ist etwa jeder zweite Todesfall auf Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall zurückzuführen. Aufgrund der höheren Lebenserwartung ist mit einem weiteren Anstieg an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu rechnen. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall gehen mit einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff (Hypoxie) und Veränderungen der Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies (Redoxstatus) einher. Wenn die Anpassung der Zellen an den Sauerstoffmangel bzw. die reaktiven Sauerstoffspezies unterbleibt, sterben sie ab.

Sauerstoff für die Zellen

Im Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie werden die Reaktionen von Zellen auf Hypoxie untersucht. Mechanismen und Moleküle, die an der hypoxischen Anpassungsreaktion beteiligt sind, stehen im Mittelpunkt unseres Interesses. Ziel der Untersuchungen ist es, neue Therapiestrategien zu entwickeln, um bei den oben erwähnten Erkrankungen Zellen vor dem Sauerstoffmangel und damit vor dem Zelltod zu schützen. Für diese Untersuchungen wenden wir molekular- und zellbiologische Methoden an. Technische Möglichkeiten zur Kultivierung von Zellen unter kontrollierten Sauerstoffmangelbedingungen sind etabliert und vorhanden.

Redox- und Calciumhaushalt

Veränderter Calciumtransport und Veränderungen im zellulären Redoxstatus sind mit pathologischen Prozessen des kardiovaskulären Systems verbunden. Darüber hinaus sind diese Signalwege wichtige Regulatoren von Monozyten, die als Immunzellen in der Pathogenese von Atherosklerose involviert sind. Wir möchten diese Prozesse besser verstehen, um therapeutische Taktiken weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang haben wir neue Formen des natürlichen Antioxidans Coenzym Q10 isoliert und charakterisiert. Diese neu identifizierten Hydroxyl Coenzyme Q10-Derivate sind potente Antioxidantien und regulieren den Calciumtransport durch biologische Membranen. Zukünftig wollen wir das therapeutische Potenzial von Hydroxyl Coenzym Q10-Formen sowie die Rolle von Calcium- und Redoxsignalen bei kardiovaskulären Erkrankungen untersuchen.
Das Team der wissenschaftlichen Mitarbeiter besteht aus Medizinern und Naturwissenschaftlern. Studierende der Medizin, der „Molekularen Medizin“ und des internationalen Masterstudiengangs „Cardiovascular Science“ werden schon zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Ausbildung in Forschungsprojekte eingebunden, was ihre wissenschaftlichen Kenntnisse maßgeblich erweitert.

Ansprechpartner / Kontakt
Prof. Dr. Dörthe M. Katschinski
Prof. Dr. Dörthe M. Katschinski
Direktorin des Instituts für Herz- und Kreislaufphysiologie
Telefon:
0551-39-5896
Telefax:
0551-39-5895
E-Mail:
doerthe.katschinski@med.uni-goettingen.de
Ulrike Fischer
Sekretariat
Telefon:
0551-39-5896
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ulrike.fischer@med.uni-goettingen.de
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